Milan Kundera - Das Buch vom Lachen und Vergessen

„Das Buch Vom Lachen und Vergessen“ setzt sich aus sieben Teilen zusammen. Die einzelnen Teile bestehen jeweils aus Geschichten, die wie eine Kurzgeschichte in sich abgeschlossen sind und von Menschen erzählen, die sich dem Vergessen entgegenstellen. Da die Geschichten für sich alleine stehen können, habe ich sie auf sieben einzelne Hefte aufgeteilt.

Dieser Roman dreht sich um die Dinge, die uns zu dem machen, wer wir sind – unsere Erinnerungen und unsere Vergangenheit. Es geht auch um die seltsame Leichtigkeit, die entsteht wenn wir diese Dinge verlieren. Kundera wirft im Roman viele philosophische Fragen auf, die den Leser zum Nachdenken anregen und Anreiz zur Auseinandersetzung mit seinem eigenen Vergessen bieten.

Der melancholische, pessimistische Eindruck, den das Buch beim Leser erweckt und der nüchterne, konstruierte Schreibstil, der einen sehr einengt, werden durch den großen, klaustrophobisch anmutenden Satzspiegel ausgedrückt.

Den Gegensatz zu der Schwere der Schrift und der Enge des Satzspiegels bildet das große Format der Hefte und die Wahl eines recht dünnen Papieres. Obwohl der Roman sehr bedrückend und pessimistisch geschrieben ist, finden sich auch ironische Anklänge und Elemente des magischen Realismus. Das Thema des Vergessens ist außerdem etwas Leichtes, Veränderliches und Zerbrechliches. Dieses Gefühl wird durch die nicht gehefteten, sondern nur lose ineinander gelegten Bögen verdeutlicht.

Die sieben Hefte befinden sich in einer Box aus im Siebdruckverfahren bedruckten, leichtem Pappkarton. Das phantastisch Anmutende des magischen Realismus und die Veränderlichkeit des Gedächtnisses und der Erinnerung zeigt sich in den Bildern, die sich auf den Covern der sieben Hefte befinden.

Ich habe zunächst viel mit Fotos und Negativen aus den eigenen Familienalben experimentiert. Da sich das Buch stark mit dem Zusammenhang zwischen Identität und Erinnerung beschäftigt, lag es für mich nahe, Bilder aus meiner eigenen Vergangenheit zu nehmen.

Masterarbeit, 2017